Einkaufsvorbereitung

Leerer Einkaufswagen vor dem Einkauf

Wir erledigen ihn wöchentlich, zum Teil sogar mehrmals in einer Woche: unseren Lebensmitteleinkauf. Ob wir in den Supermarkt, Discounter oder Biomarkt gehen, ein paar Kleinigkeiten gilt es zu beachten, wenn du den ökologischen Fußabdruck deiner Ernährung reduzieren möchtest.

1. (Mentale) Einkaufsvorbereitung

1a. Fotografiere den Inhalt deines Kühlschranks ab, bevor du einkaufen gehst.

Dann kannst du auf deinem Smartphone nachgucken, wenn du dir nicht sicher bist, ob du noch Milch o.ä. zuhause hast. Vielleicht kann auch ein Foto von der Speisekammer nicht schaden…

1b. Die Mülltonnen müssen abspecken.

Rund ein Drittel der Lebensmittel, die wir kaufen, schmeißen wir weg. Im Schnitt haben diese (laut einer Studie des Bundesministeriums für Ernährung und Landwirtschaft) einen Wert von 235€ pro Person. Ich frage mich, wie viele Wochen man – angenommen man würde nichts wegwerfen – seinen Einkauf im Biomarkt statt im Supermarkt tätigen könnte, ohne einen Cent mehr auszugeben, als zuvor.
Jeder, der schon Mal Kräuter zuhause angepflanzt hat, weiß, wieviel Geduld und Zeit nötig ist, bis diese genießbar sind. Wir würden einen Teufel tun und ein Drittel davon direkt in den Müll katapultieren.
Zu den Essensresten gesellt sich eine Menge Verpackungsmaterial. In den letzten Jahren schrumpften die vorverpackten Portionsgrößen und damit wuchs der Müll im gleichen Maße. Versuche, Verpackungen in Verpackungen in Verpackungen zu vermeiden. Versuche auch, für mehrere Gerichte teilweise gleiche Zutaten zu verwenden, um größere Portionen kaufen zu können. Dabei nie vergessen: Nicht nur die Produktion von Verpackung benötigt Energie, sondern auch die Erzeugung von Nahrungsmitteln. Wobei wir dann wieder bei der großen Menge an weggeworfenen Lebensmitteln angelangt sind.

1c. Überlege dir, was du in den nächsten Tagen kochen möchtest.

Wirst du überhaupt zuhause essen? Kannst du die gleiche Zutat möglicherweise für mehrere Gerichte verwenden? Ein Becher Crème Fraîche wird beispielsweise selten mit einem Mal aufgebraucht.

1d. Bio ist nicht Öko.

Wenn ein Produkt ökologisch produziert wird, dürfen keine Pestizide und Kunstdünger eingesetzt werden, was nicht nur dem Konsumenten, sondern auch der Umwelt zu Gute kommt. Allerdings wird mittlerweile ein großer Teil der Bioprodukte, die es in Deutschland zu kaufen gibt, in fernen Ländern (z.T. außerhalb der Saison) angebaut bzw. produziert. Bis die Produkte bei uns im Regal ankommen, haben sie einen weiten Weg hinter sich, den sie mit Hilfe von fossilen Brennstoffen gemeistert haben. Flugzeuge und Frachtschiffe sind große Luftverschmutzer. Habt das einfach im Hinterkopf, während ihr die Etiketten der Produkte lest.

1e. Saisonkalender für´s Smartphone.

Das Wissen um Erntezeiten verschiedener Obst- und Gemüsesorten hilft bei der Planung der Gerichte, die man zubereiten möchte. Dabei können Saisonkalender helfen. Hier findet ihr einen Kalender der Verbraucherzentrale, den ihr euch ausdrucken und an die Wand hängen könnt. Wollt ihr unterwegs oder während des Einkaufs ein Produkt auf Saisonalität checken, dann sind Apps hilfreich. Gebt ihr in eurem Appstore den Suchbegriff „Saisonkalender“ ein, werden euch verschiedene Apps vorgeschlagen. Ich persönlich nutze „GrünZeit“. Dort werden mir beim Öffnen der App sofort alle saisonalen Obst- und Gemüsesorten des aktuellen Monats angezeigt.

1f. Kleingedrucktes zerstört Luftschlösser.

Eine Zutatenliste entlarvt oft am schnellsten ein vermeintlich gesundes Produkt als eines mit der Extraportion Zucker/ Palmöl/ Chemie. Mit der Zeit bekommt ihr ein Gefühl für die Tricks der Lebensmittelhersteller. Je mehr Wissen ihr euch über Inhaltsstoffe und deren Folgen für Körper und Umwelt aneignet, desto besser findet ihr euch im Werbe- und Supermarktdschungel zurecht.

1g. Jetzt nur noch die Mehrwegtragetasche nicht vergessen!

Und wenn es doch passiert, dann greife doch lieber mal zur Plastiktüte, anstatt deine Tragetaschensammlung zu erweitern. Denn für den Anbau von einem Kilo Baumwolle werden eine Menge Pestizide und ca. 11.000 Liter Wasser benötigt. Zur Umweltbilanz hinzu kommen dann noch der Transport und die Weiterverarbeitung. Zusammengerollt passt ein Jutebeutel übrigens in fast jede Tasche. Wenn man also doch mal spontan ein paar Kleinigkeiten besorgen möchte, hat man diesen immer dabei. Da die meisten von uns bereits mehrere von ihnen besitzen, kann man gleich in jeder häufig genutzten Handtasche einen Beutel verstauen.
Auch eine Papiertüte muss vier Mal genutzt werden, bis sie eine bessere Umweltbilanz aufweist, als eine Plastiktüte, da ihre Herstellung mehr Rohstoffe verbraucht, als die einer Plastiktüte. Zudem werden ihre Fasern mit Chemikalien bearbeitet werden, um sie widerstandsfähig zu machen.

Bitte hier entlang.

So, ich würde sagen, wir sind nun bereit für unseren Wissensrundgang durch die verschiedenen Abteilungen eines Supermarkts. Los geht´s mit der Obst- und Gemüseabteilung.

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